Hit it smart

Internetopenergolf & psyche Fairway_HangDer Titel unserer alljährlichen Workshops ist immer wieder: Hit it smart, wenn auch die Kursinhalte variieren. Warum? Weil der Golfer an sich seinem Erfolg auf dem Golfplatz allzu oft selbst im Weg steht, sei es durch mangelndes Selbstbewusstsein oder auch Kommunikationsproblemen mit sich selbst.

Kaum ein Gefühl auf dem Golfplatz gibt so viel Selbstbewusstsein wie sich sicher zu sein, was in einer bestimmten Situation die optimale Lösung, gemessen am eigenen golferischen Niveau, ist. Basis eines gesunden golferischen Selbstbewusstseins ist es, einen Plan zu haben. Wovon? Zum Beispiel davon, worauf der Fokus der Runde liegen soll. Liegt er auf der Einhaltung einer neu erlernten Pre-Shot-Routine, gilt es, diese bei jedem einzelnen Schlag auf dem Platz durchzuführen? Auch bzw. gerade bei einem Schlag nach einem Fehlschlag, über den der Ärger besonders groß ist. Liegt der Fokus auf dem Pitchen, kann eine Herangehensweise sein, entschlossen durch den Ball zu gehen. Konsequenz könnte dann häufiger sein, dass der Pitch zu lang ist, aber das wäre dann gemäß des Plans auch kein Grund zum Ärgern, sondern vielmehr ein Ansatz, die neuen Längen der Pitches kennenzulernen. Liegt der Fokus darauf, sich hinsichtlich des Course Managements an einen Plan zu halten, sollte nach jeweils drei Löchern überprüft werden, inwieweit ich diesem Plan treu geblieben bin.

Zum Thema „Hit it smart“ gehört auch der Aspekt zu wissen, wie ich mit mir selbst auf der Runde kommuniziere. Wie oft schlägt die Wahrnehmung eines Hindernisses in die Angst um, dieses eventuell zu treffen. „Bitte nicht ins Wasser“ hallt dann als das Echo „Wasser“ im Kopf wider, und der Körper ist nur allzu willig, diesen Befehl auch umzusetzen. Abhilfe schafft hier der konzentrierte Fokus auf genau die Stelle, zu der der Schlag gehen soll. Je genauer ich diese Stelle wahrnehme und in das Zentrum meines Fokus stelle, desto eher wird der Ball auch genau dorthin gelangen. „Ich hab’s gewusst“ ist ein weiterer Satz, der allzu oft dazu führt, dass nicht nur zum Beispiel ein kurzer Putt daneben geschoben wird, sondern dass direkt das ganze nächste Loch unter der eigenen vermeintlichen Unfähigkeit leidet.

Lernen Sie die ersten Ansätze dieses Gedankens bei sich wahrzunehmen und treten Sie sofort vom Ball weg. Spüren Sie eine Verunsicherung bezüglich Ihrer Ausrichtung? Zweifeln Sie, ob Sie den richtigen Schläger in der Hand oder die Umgebungsfaktoren richtig eingeschätzt haben? Treten Sie vom Ball weg, analysieren Sie die Situation erneut und führen Sie erst dann Ihre Schlagvorbereitung erneut durch.

Das sagt der Profi Dennis Küpper:
„Hilfreich ist es auch, sich bewusst zu sein, ob man eines Schlags tatsächlich fähig ist oder ob es sich bei dem letzten Eisenschlag über die 30 m hohe Eiche einen Meter neben die Fahne lediglich um einen ‚lucky shot’ gehandelt hat. Lernen Sie, Ihre eigenen Fähigkeiten besser einzuschätzen. Dies bedeutet keineswegs, immer tief zu stapeln und nur defensiv zu spielen. Versuchen Sie vielmehr im Verlauf Ihrer Golfrunden, Ihr eigenes Spiel kennenzulernen und solche Faktoren herauszufiltern, die für Sie einen guten Schlag ausmachen. ‚Wenn ich mir meiner Ausrichtung sicher bin, treffe ich den Ball meistens gut’, ‚wenn ich die Schlagfläche auf das Ziel ausrichte, bin ich mir meiner Ausrichtung sicher’, ‚wenn ich einen Probeschwung gemacht habe, fühle ich, dass mir der Schlag gelingen wird.“

Konstruktive Selbstgespräche auf der Runde oder im Training sind essentieller Bestandteil des Lernens. Nach einem Schlag wird das Ergebnis im Rahmen der Post-Shot-Routine analysiert. Im Gegensatz zur Pre-Shot-Routine, die vor dem Schlag stattfindet und in der alle Informationen zu dem Schlag gesammelt werden, um ein Spielgefühl zu bekommen, kommt die Post-Shot Routine erst nach dem Schlag zur Anwendung, wenn alle Informationen bezüglich des Schlags und des Ergebnisses vorliegen. Die Post-Shot-Routine beinhaltet dementsprechend Fragen wie: „Habe ich den Wind richtig eingeschätzt“, „war dies die korrekte Schlägerwahl oder war nur der Ball nicht gut getroffen“ oder „habe ich dieses Loch taktisch gut gespielt?“.

Internetuntengolf & psycheHügelgrünMit dem Ergebnis des Schlags kann der Spieler entweder zufrieden sein oder nicht, aber etwas lernen sollte er daraus in jedem Fall. Auch wenn Emotionen im Allgemeinen dafür sorgen, dass wir uns an Erlerntes besser erinnern, führen Frustration, Ärger und andere negative Gefühle auf der Runde eher dazu, dass wir unser Selbstbewusstsein unterminieren und mit uns auf eine Art und Weise kommunizieren, wie wir es unserem besten Freund nicht erlauben würden.

Spielen Sie Ihre nächste Runde ganz nach dem Motto „Hit it smart“ und lernen Sie sich und Ihr Golfspiel besser kennen.

Die 44-jährige Kerstin Wittke-Laube ist Gelassenheitstrainerin. Die Verbesserung von Wohlbefinden und Leistung auf dem Golfplatz und darüber hinaus sind die erklärten Ziele ihres Coachings. Sie spielt selbst Golf im GC Düsseldorf-Grafenberg.
Kerstin Wittke-Laube und Dennis Küpper, der für den GC Düsseldorf-Grafenberg spielt, acht Jahre lang auf der European Challenge Tour und der Pro Golf Tour aktiv war und der soeben seine Ausbildung zum „fully qualified Professional der PGA of Germany“ erfolgreich beendet hat, arbeiten mittlerweile im sechsten Jahr zusammen. Die Weiterentwicklung von Dennis Küppers mentalen Stärken und der Ausbau seiner inneren Gelassenheit stehen im Mittelpunkt der Coachings, damit er sein hohes technisches Vermögen jederzeit voll ausschöpfen kann.

 

 

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