Seve Schmitz – ein „Rasen-Profi“ auf Fairway und Grün

Seve Schmitz: Ein Kontakt mit den clubeigenen Greenkeepern ist immer ganz wichtig

Seve Schmitz: Ein Kontakt mit den clubeigenen Greenkeepern ist immer ganz wichtig

Die Vergleiche hinken ein wenig, aber man muss schon an Robert Redford in „Der Pferdeflüsterer“ denken oder an den Hundetrainer Martin Rütten, wenn man an die Arbeit von Golfplatzberater und Master-Greenkeeper Severin (Seve) Schmitz denkt – denn wie „Der Pferdeflüsterer“ oder der „Hundeexperte“ kämpft er in Sachen Golfplatz gegen die Tücken der Natur, will und kann helfen. Nicht immer, aber fast immer.

GOLF Rhein-Ruhr traf Seve Schmitz zu einem netten Gespräch zwischen Fairway und Grün.

GOLF Rhein-Ruhr: Was steht als Beruf/Profession in Ihrem Pass oder auf Ihrer Business-Card?

Seve Schmitz: „Als Beruf gebe ich ‚Golfplatzberater’ an, und auf meiner Business-Card steht ‚Golfplatzberatung Seve Schmitz’.“

GOLF Rhein-Ruhr: Muss man als Greenkeeper selbst Golf spielen können oder sogar selbst gut Golf spielen können?

Seve Schmitz: „Natürlich bringt es Vorteile mit, wenn man selbst Golf spielen kann – wie gut, ist nicht ganz so wichtig. Bei mir war es so, dass ich mit dem Beginn meiner Ausbildung auch begonnen habe, Golf zu spielen, und innerhalb kürzester Zeit war ich bei Handicap 5 angekommen. Heute bewege ich mich um die ‚10’ herum, aber so oft kann ich aus zeitlichen Gründen auch nicht mehr spielen!“

GOLF Rhein-Ruhr: Was steht auf Ihrer Agenda ganz weit oben?

Seve Schmitz: „Eine Bekämpfung von Poa annua durch nachhaltige und traditionelle Verfahrensweisen ist seit vielen Jahren meine Methode. Nur dies lässt einen beruhigenden Blick in die Zukunft zu, denn kommende Einschränkungen bezüglich Wasser und Pestizideinsatz werden sehr wahrscheinlich zu erheblichen Problemen führen, insbesondere auf gepflegten Grasflächen, die besonders Poa annualastig sind.“

GOLF Rhein-Ruhr: Welches sind die „Haupt-Krankheiten“ von Fairways und Greens?

Internetdreirasenstückkleinschmitzgalerie9-oriSeve Schmitz: „Das hängt natürlich von der Jahreszeit ab. Während des Winters haben wir es sehr häufig mit dem Schneeschimmel zu tun, im Sommer sind es die sogenannten Dollarflecken. Das ist eine Pflanzenkrankheit, die durch einen Pilz verursacht wird. Anfangs sind das nur Schadstellen von der Größe einer Münze mit einem Durchmesser von 1 bis 2 cm – deshalb der Name -, später können sie sich aber bis auf 15 cm ausdehnen.“

GOLF Rhein-Ruhr: Kann man oder besser gefragt, können Sie alles heilen?

Seve Schmitz: „Natürlich nicht, weder man noch ich. Ich muss schon ergründen, woher die Krankheiten kommen und dann ihm Rahmen der vorgeschriebenen Gesetze an die Behebung der Schäden herangehen. Das ist zuweilen recht schwierig, auch, weil der Deutsche Golf Verband nicht immer konkrete Angaben macht. Er hat zwar ein eigenes Konzept, aber es wäre hilfreich, wenn er sich noch mehr mit den einzelnen Greenkeepern in Verbindung setzen würde.“

GOLF Rhein-Ruhr: Sind in vielen Fällen Chemikalien notwendig, um die Schäden auf Fairways und Greens zu beheben?

Seve Schmitz: „Ja und nein! Es gibt heutzutage so viele biologische Möglichkeiten, dass man ohne Chemikalien auskommt. Aber manchmal ist auch gegen Unkraut kein Kraut gewachsen…“
GOLF Rhein-Ruhr: Hat das schlechte Wetter auch dazu beigetragen, dass Fairways und Greens so angegriffen sind?Internetrasenstückkleinschmitzdrei

Seve Schmitz: „Ja natürlich! Viele Plätze haben Schaden genommen, weil zu viel Wasser auf Fairway und Grün lag und es dadurch viel zu viele nasse Stellen gab. Und nach dem vielen Regen hat es anschließend eine kurze Hitzeperiode gegeben, und schon waren viele Stellen auf den Plätzen ausgetrocknet. Beide Extrem-Situationen waren von den Greenkeepern schwer zu behandeln.“
GOLF Rhein-Ruhr: Wer bucht Sie? Sind Sie freiberuflich für alle da? Wann ist der beste Zeitpunkt, mit Ihnen Kontakt aufzunehmen?

Seve Schmitz: „Ich bin in den sozialen Medien wie twitter oder facebook vertreten, dort kann man mich finden und auch mit mir Kontakt aufnehmen. Aber die hauptsächliche Kontaktaufnehme kommt durch persönliche Gespräche zustande. Viele Clubs haben von mir gehört, man schätzt meine Kompetenz, meine Zuverlässigkeit, dann trifft man sich und schaut sich an, ob man helfen kann. In den meisten Fällen führt das zu einer später erfolgreichen Zusammenarbeit. Der beste Zeitpunkt ist entweder Frühjahr oder Herbst, in den Sommermonaten ist es schwerer.“

GOLF Rhein-Ruhr: Wieviel Golfclubs betreuen Sie?

InternetzweirasenstückkleinSchmitzeinsSeve Schmitz: Momentan sind es etwa 15 Clubs, die meisten davon hier im Verbreitungsgebiet von GOLF Rhein-Ruhr. Das bedeutet aber nicht, dass ich mich wöchentlich oder gar täglich in den Clubs sehen lasse, manchmal reichen zur Schadenserkennung und zur Schadensbehebung zwei, drei Besuche pro Monat.“
GOLF Rhein Ruhr: Gibt es ein Geheimnis Ihrer erfolgreichen Tätigkeit?

Seve Schmitz: „Nein, ein Geheimnis gibt es nicht. Die Natur kämpft sich immer zurück, man muss nicht gegen sie, sondern mit der Natur arbeiten. Man versucht, Probleme zu vermeiden, aber es gibt auch ungewöhnliche Situationen, deren erfolgreiche Lösungen doch schon eine Zeit brauchen.“
GOLF Rhein-Ruhr: Warum können das, was Sie können, nicht auch andere Greenkeeper?

Seve Schmitz: Natürlich können das andere Greenkeeper auch, aber es braucht schon einen extrem hohen Erfahrungs-Schatz, um viele Ursachen zu erkennen und zu beheben. Da habe ich mit meiner 46-jährigen Berufserfahrung doch schon einen kleinen Vorsprung.“

Zur Person: Seve Schmitz

Seve Schmitz - Master-Greenkeeper

Seve Schmitz – Master-Greenkeeper

geboren 23. Juni 1955 in Cambridge, mit 16 Jahren die Schule beendet, drei Jahre Lehre als AZUBI-Greenkeeper im St. Ives GC, nach bestandener Prüfung später nach Wales gegangen zum Cradoc GC, dann für 12 Jahre Greenkeeper im Ellesborough Golf Club. Am Elmwood College St. Andrews in Schottland erwarb Seve Schmitz das „Higher National Certificate in golf course management“, parallel dazu erlangte er das höchst angesehene „Masters Greenkeeper Certificate“, das zu diesem Zeitpunkt gerade mal 22 Greenkeeper weltweit innehatten.

Von der „Insel“ wechselte er 1988 nach Deutschland, seine erste Station war der GC Schloss Myllendonk, dort blieb er bis zum Frühjahr 2000, ehe er zum Essener GC Haus Oefte wechselte, bis er sich nach dem Ende seiner Tätigkeit dort 2014 selbstständig machte.

(Golfplatzberatung Seve Schmitz, Dorfer Feldweg 20, 41352 Korschenbroich, info@golfplatzberatung-schmitz.de, www.Golfplatzberatung-Schmitz.de, mobil: 0172 350 1896)

 

Dein Kommentar zum Artikel

Bitte gebe einen Namen an

Name ist ein Pflichtfeld

Bitte gebe eine valide Email an

Email ist ein Pflichtfeld

Bitte gebe einen Kommentar ein

Golf an Rhein und Ruhr © 2017 Alle Rechte vorbehalten! Impressum | Datenschutz