Raus aus der Komfortzone!

Auch dieses Jahr gilt wieder: Nach der Saison ist vor der Saison, und der gute Golfer wird im Winter gemacht. Jetzt ist also genau die richtige Zeit zu überlegen, wie Sie den Winter optimal für Ihr Golftraining nutzen können. Wir möchten Ihnen ans Herz legen, Ihr Training zielgerichtet zu gestalten (Stichwort deliberate practice), denn diese Art der Übung führt zu den nachhaltigsten Trainingsergebnissen.

Letztendlich geht es bei gezieltem Training darum, dass Sie Ihre Komfortzone verlassen und ständig so trainieren, dass Ihre Trainingsziele annähernd außerhalb Ihres derzeitigen Spielvermögens liegen. Nur wenn Sie sich selbst fordern, werden sich Trainingseffekte zeigen.

Bei Ihrer neuen Art des Trainings geht es darum, dass Sie sich ständig neuen Herausforderungen stellen und Sie sich fortwährend verbessern und nicht darum, dass Sie bereits Erlerntes laufend wiederholen. Im Vordergrund sollte von jetzt an die Qualität Ihrer Trainingseinheiten stehen und nicht die Quantität der geschlagenen Bälle.

Um ein für Sie optimales Training zu entwickeln, ist es unabdingbar, dass Sie sich mit Ihren Fähigkeiten auseinandersetzen. Analysieren Sie Ihr Putten (kurze Putts vs. lange Putts), Ihr kurzes Spiel (Chips, Pitches, Bunkerschläge, Troubleshots), Ihre Annäherungsschläge (kurzes vs. mittleres vs. langes Eisen), Ihr langes Spiel (Driver, Hölzer, Hybrid, lange Eisen, mittlere Eisen) sowie Ihr Verhalten auf dem Platz (Course Management, Einstellung, Strategie). Notieren Sie sich, wo Ihre Stärken und wo Ihre Schwächen liegen.

Überlegen Sie dann, an welcher Stelle Sie ansetzen können, um mit wenig Aufwand die größten Effekte erzielen zu können. „Verschieben“ Sie häufig Putts aus 1 m und weniger? Stellen Sie diese „Druck-Putts“ nach: Suchen Sie sich nacheinander neun unterschiedliche Ausgangsentfernungen zum Loch (je nachdem, wie viel Platz Ihnen zur Verfügung steht in Abständen zwischen 1,5 m und 4 m). Versuchen Sie, jeden Putt zu lochen. Die Putts, die Sie zu kurz lassen, müssen Sie zwei Putterlängen weiter weg vom Loch legen, jeder Putt, den Sie über das Loch hinaus spielen, müssen Sie eine Schlägerlänge weiter entfernt legen und dann erneut spielen. Zählen Sie, wie viele Putts Sie benötigen. Ziel ist es, ein persönliches Putthandicap zu entwickeln, an dem Sie sich stetig messen können.

Falls Sie feststellen, dass Ihnen kurze Pitches die meisten Schläge auf dem Platz kosten, entwickeln Sie Trainingseinheiten für sich, die Sie in diesem Bereich fordern. Stellen Sie sich z. B. Ziele auf der Range in der Entfernung von 10 m, 15 m, 20 m, 25 m und 30 m auf. Ziel ist es, den Ball jeweils möglichst nah an den Zielen landen zu lassen. Üben Sie variabel. Versuchen Sie z. B. zunächst mit einem Wedge, nacheinander jedes Ziel zu erreichen. Führen Sie jeden Schlag mit der kompletten Preshot-Routine durch, richten Sie sich für jeden Schlag auf ein neues Ziel aus, fokussieren Sie sich immer neu. In einem weiteren Durchlauf verwenden Sie für jede Distanz einen anderen Schläger oder Sie variieren die Balllage, die Schwunggeschwindigkeit, die Höhe, in der Sie den Schläger greifen. Seien Sie kreativ!

Selbstverständlich ist es verführerisch, immer stehen zu bleiben und nur für jeden Schlag den Ball mit dem Schläger aus dem Korb auf die Matte zu befördern und dann den nächsten Pitch zu machen. Widerstehen Sie dieser Versuchung! Sie werden nur dann nachhaltige Trainingseffekte erzielen und Ihre Komfortzone erweitern, wenn Sie versuchen, Situationen auf dem Platz nachzustellen. Und auf dem Platz spielen Sie jeden Schlag mit einer Preshot-Routine. Tun Sie dies ab Ihrer nächsten Trainingseinheit auch auf der Range! Nähern Sie sich auf diese Art und Weise den Aspekten Ihres Spiels, bei denen Sie den größten Handlungsbedarf sehen.

Das sagt der Profi Dennis Küpper:

„Zentral für Ihren Trainingserfolg ist, dass Sie sich ein Feedback bezüglich der Entwicklung Ihres Golfspiels verschaffen. Analysieren Sie die Schwachstellen Ihres Spiels. Lassen Sie sich gegebenenfalls von Ihrem Trainer dabei unterstützen. Erarbeiten Sie dann Trainingsziele, die Sie bis zum Beginn der Saison erreicht haben wollen. Ein individuell auf Sie abgestimmter Trainingsplan hilft Ihnen, kontinuierlich an der Verbesserung Ihrer Fähigkeiten zu arbeiten. Setzen Sie sich als oberstes Ziel, Ihre persönliche Komfortzone in jeder Trainingseinheit zu erweitern. Setzen Sie sich für jede Trainingseinheit konkrete Ziele und notieren Sie im Anschluss, wie Sie diese Ziele erfüllt haben.“

 Nutzen Sie den Winter und entdecken Sie Ihr Golfspiel neu. Seien Sie neugierig darauf, wie schnell sich Trainingserfolge erzielen lassen, wenn Sie bereit sind, sich zielgerichtet mit den Schwachstellen Ihres Spiels auseinanderzusetzen. Mit jeder Trainingseinheit können Sie dann Ihre Komfortzone erweitern und Ihr golferisches Niveau erhöhen.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß auf dieser Entdeckungsreise!

Ihre Kerstin Wittke-Laube und Dennis Küpper

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